Hilfe für Familien auf Haiti

"Ich heiße Edno Exavier. Ich bin 8 Jahre alt und lebe mit meinem Vater Bernard Exavier und meinen beiden anderen Brüdern zusammen. Mein Vater ist Bauer und arbeitet viel. Aber manchmal gibt es Tage, an denen wir nichts zu essen haben."
Edno Exavier, 8 Jahre, Anse-à-Pitres

Immer wieder wird die Republik Haiti von Naturkatastrophen heimgesucht und stürzt das Land von einer humanitären Notsituation in die nächste. Misswirtschaft und politische Instabilität haben den Staat Haiti völlig verarmen lassen.
Jetzt muss sich das Land der nächsten Herausforderung stellen: dem Coronavirus.

Seit vier Jahren sind die Don Bosco Schwestern in Anse-à-Pitres aktiv, einer Gemeinde im Süden des Inselstaates Haiti. Hier unterstützen sie vor allem verarmte Familien. Vor einem Jahr öffnete der Kindergarten der Schwestern seine Tore und die Grundschule befindet sich in ihrem zweiten Jahr.

Familien seit vielen Jahren in Hungersnot

Eine der vielen Familien, die die Schwestern vor Ort unterstützen, ist die vom achtjährigen Edno. Seine Schuhe sind braun und zerfranst, die Sohlen sind kaputt. Sie füllen sich mit Schlamm, wenn Edno auf dem Stück Land, das sein Vater gepachtet hat, Unkraut jätet oder Mais sät. „Ich trage sie jeden Tag, weil ich keine anderen habe“, sagt Edno. „Es gibt viele Kinder hier, die wie ich leben.“

Mit seinem Vater Bernard Exavier und seinen älteren Brüdern wohnt Edno in einer abbruchreifen Lehmhütte in Anse-à-Pitres. Seine Mutter hat die Familie verlassen, als Edno noch klein war. Obwohl Ednos Vater als Kleinbauer sehr hart arbeitet, kommt die vierköpfige Familie nur sehr schwer über die Runden. Als Tagelöhner versucht er, zusätzlich Geld zu verdienen.

Edno mit seinem Vater Bernard. Obwohl Bernard als Kleinbauer sehr hart arbeitet, kommt die Familie schwer über die Runden.

Nachbarstaat nur vorübergehende Zuflucht

Das Gemeindegebiet von Anse-à-Pitres erstreckt sich auf rund 187 km2, einer Fläche so groß wie Nürnberg. An die 30.000 Menschen leben hier. Der Grenzübergang nach Pedernales ist einer der vier wichtigsten Landübergänge in die Dominikanische Republik. Wegen der deutlich besseren Lebensbedingungen versuchen viele Haitianer, im Nachbarstaat Zuflucht und Arbeit zu finden.

Steigende Corona-Zahlen, steigende Flüchtlingszahlen

Mit der Corona-Krise und den steigenden Infektionszahlen wurden viele Haitianer, die sich illegal in der Dominikanischen Republik aufhielten, abgeschoben. „Sie haben keinen sicheren Ort zum Übernachten, keine Kleidung oder Lebensmittel, weil sie alles in der benachbarten Republik zurücklassen mussten und nicht vorhatten, in absehbarer Zeit nach Haiti zurückzukehren“, schildert Don Bosco Schwester Pierre Myrlène Félix die derzeitige Situation.

Noch schlimmer wird es, so die Ordensfrau, wenn diese Menschen selbst mit dem Coronavirus infiziert sind und in Quarantäne müssen: „Sie werden in Lagern oder Schuppen untergebracht. Viele Bewohner scheuen sich deshalb, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.“ Die medizinische Versorgung ist sowieso sehr dürftig. Im Gemeindegebiet befindet sich ein öffentliches Gesundheitszentrum ohne Krankenbetten. Apotheke gibt es keine.

Jedes fünfte Kind auf Haiti ist unterernährt und dadurch anfälliger für Krankheiten.

Nothilfe-Aktion gestartet

Edno und seine Brüder quält aber vor allem eines: der Hunger. Es gibt Tage, da finden sie nichts zu essen. Um die Situation vor Ort zu entschärfen, starteten die Don Bosco Schwestern ein Nothilfeprojekt für 250 Familien in Anse-à-Pitres. Sr. Pierre Myrlène Félix leitet die Nothilfe und hofft, damit auch die Verbreitung des Virus etwas reduzieren zu können: „Die Pakete, die wir austeilen, enthalten Lebensmittel für mehrere Tage und Hygieneartikel. Sie ermöglichen den Familien, zu Hause zu bleiben und Ausgangssperren sowie hygienische Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten.“

Hoffnung in der Krise

Für Edno und seine Familie ist die Nothilfeaktion ein Hoffnungsschimmer. Der größte Wunsch des Achtjährigen ist es aber, zur Schule gehen und die Situation seiner Familie, seiner Stadt und seines Landes verbessern zu können. „Ich danke allen, die mir helfen möchten, aus dieser Sackgasse herauszukommen!“

Die Nothilfe-Aktion der Don Bosco Schwestern soll 250 Familien helfen, die Corona-Maßnahmen leichter zu bewältigen.

Über die Nothilfe-Aktion hinaus

Die Don Bosco Schwestern setzten sich in der Gemeinde für die Bildung von Kindern und Jugendlichen ein und versuchen, Präventivmaßnahmen gegen die Migration in die Dominikanische Republik durchzuführen. Sie unterstüzten auch jene, die zurückgeschickt werden.

Jeden Sonntag führen sie ein Oratorium, das in Maléchipé für die Kinder von Migrantenkindern, zwei Kilometer von der Stadt entfernt, satttfindet. Oft werden die Kinder von ihren Eltern begleitet, einfach, um gemeinsame Zeit mit ihnen zu verbringen oder sich etwas zu entspannen. Oftmals kommen sie auch in der Hoffnung, Lebensmittel, Kleidung oder Ähnliches zu bekommen. Jeden Samstag betreuen die Schwestern eine weiteres Projekt in einem Migrantenviertel namens „Flüchtlinge“.

Am 14. November 2016 eröffneten die Schwestern offiziell die erste Schule für Lehrerinnen und Lehrer in der Gegend, das „Pädagogische Institut der Don Bosco Schwestern“ (IPSA). Seit 2018 führen sie die Grundschule „Ecole Fondamentale Francesca Franchi“ mit bis zu 138 Migrantenkinder, und seit September 2019 leiten sie den ersten Kindergarten im Gemeindegebiet, den Johannes-Paul-II-Kindergarten für 32 Kinder.

Wir bitten um Ihre Solidarität mit den Familien in Anse-à-Pitres auf Haiti. Geld wird dringend benötigt für:

  • Lebensmittel
  • Seife
  • Desinfektionsmittel
  • Schutzmasken
  • Transport
  • u.v.m.

Bei Zahlung auf das angeführte Konto Ihres Heimatlandes ist Ihre Spende steuerlich absetzbar!

Republik Haiti

 

Fläche: 27.750 km2
Einwochner: 10 Mio.

- Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre
- 60 Prozent leben unterhalb der Armutsgrenze
- 50 Prozent sind unterernährt
- 80 Prozent leben von weniger als 2 US-Dollar am Tag

Quelle: Caritas Österreich

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